Was versteht man unter einer Bestandsaufnahme?
Die Bestandsaufnahme beschreibt die systematische Erfassung und Dokumentation des aktuellen baulichen Zustands eines Objekts. Dazu gehören u. a. exakte Maße, räumliche Zusammenhänge, Materialien, Höhen und mögliche Abweichungen zwischen Bestand und älteren Planunterlagen.
Heute wird diese Aufgabe meist durch 3D‑Laserscanning durchgeführt, da damit millimetergenaue Daten in kürzester Zeit erfasst werden. Die dabei entstehende Punktwolke dient anschließend als Grundlage für weitere Auswertungen wie Bestandspläne, Flächenberechnungen, Schnitte, Ansichten oder 3D‑Modelle. Zusätzlich entstehen an jeder Scan-Position hochaufgelöste Panoramaaufnahmen, aus denen präzise Orthofotos und Orthoansichten erzeugt werden können – ein großer Vorteil insbesondere in der Denkmalpflege, da Materialien, Strukturen und Schäden sichtbar dokumentiert werden. Zusätzlich bietet TrueView die Möglichkeit, die Scan-Panoramen einzusehen und genaue Messungen vorzunehmen. Dies erleichtert die Prüfung von Details, die erst im weiteren Planungsverlauf relevant werden.
Wichtiger Hinweis: Gescannt werden kann nur, was sichtbar ist. Bereiche hinter Einbauten, Verkleidungen oder Möbeln werden nicht erfasst und können daher nicht exakt ausgewertet werden.
Unterschiedliche Detaillierungsgrade (LOD)
Je nach Projektanforderung kann die Bestandsaufnahme in verschiedenen Detaillierungsstufen erfolgen. Diese Level of Detail (LOD) definieren den Umfang der erfassten und ausgewerteten Informationen:
- LOD 100–200: grundlegende Geometrien, grobe Einordnung, Flächen.
- LOD 300: präzise Bauteilgeometrie, maßhaltige Grundrisse/Schnitte/Ansichten.
- LOD 350–400: detaillierte Bauteilstrukturen, konstruktive Details, geeignet für Ausführungs- und Planungsphasen.
- LOD 500: as‑built‑Modell mit höchstmöglicher Genauigkeit.
Vorteile einer professionellen Bestandsaufnahme
- Maximale Planungssicherheit durch vollständige, verlässliche Daten
- Frühzeitige Erkennung von Abweichungen gegenüber alten oder fehlenden Plänen
- Grundlage für Auswertungen wie Bestandspläne, Flächenberechnung oder 3D‑Modelle
- Höhere Wirtschaftlichkeit durch weniger Fehler und Nachmessungen
- Optimale Entscheidungsbasis für Umbau, Sanierung, Vermietung oder Verkauf