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Denkmalpflege

Historische Gebäude stellen besondere Anforderungen an die Bestands­dokumentation. Eine vollständige digitale Bestands­aufnahme schafft die Grundlage für Restaurierung, Sanierung und lang­fristige Bestands­erhaltung. Sie dokumentiert den vorhandenen Zustand präzise und bewahrt wertvolle Informationen für zukünftige Generationen.

Historische Bauwerke unterscheiden sich deutlich von modernen Gebäuden. Über Jahr­hunderte sind Umbauten, Reparaturen, Setzungen und Verformungen entstanden, die den heutigen Bestand prägen.

Eine digitale Bestands­aufnahme dokumentiert diesen Zustand voll­ständig und schafft eine verlässliche Grundlage für Restaurierung, Sanierung und lang­fristige Bestands­erhaltung. Sie macht vorhandene Geometrien sichtbar und liefert belastbare Planungs­unterlagen für alle weiteren Arbeiten.

Historische Gebäude besitzen selten gerade Wände oder recht­winklige Räume. Verformungen, Schief­stellungen und unregelmäßige Konstruktionen gehören häufig zum ursprünglichen Bestand und liefern wichtige Hinweise auf die Baugeschichte.

Gerade diese Besonderheiten müssen vollständig dokumentiert werden. Vereinfachte oder idealisierte Darstellungen würden wertvolle Informationen verlieren und könnten zu Fehl­entscheidungen bei der späteren Planung führen.

Jedes Denkmal stellt individuelle Anforderungen an die Vermessung. Deshalb beginnt auch in der Denkmal­pflege jedes Projekt mit einem sorgfältig abgestimmten Messkonzept.

Die anschließende Daten­erfassung erfolgt heute überwiegend mit modernem 3D-Laser­scanning. Aus den einzelnen Scan­positionen entsteht eine registrierte Punktwolke, die den vorhandenen Gebäude­bestand vollständig digital dokumentiert.

Diese Daten­grundlage bildet die Basis für alle weiteren Planungs­unterlagen und Auswertungen.

Je nach Projekt können aus derselben Daten­grundlage unterschiedliche Unterlagen erstellt werden:

  • CAD-Bestandspläne
  • Schnitte und Ansichten
  • Orthofotos
  • Flächenberechnungen
  • 3D-Modelle
  • BIM-Modelle

Welche Ergebnisse tatsächlich benötigt werden, richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Projekts und wird bereits im Messkonzept festgelegt.

Orthofotos gehören zu den wertvollsten Ergebnissen einer digitalen Bestands­aufnahme in der Denkmalpflege.

Sie zeigen Fassaden, Gewölbe, Decken, Wandflächen oder Dach­konstruktionen maßstabs­getreu und entzerrt. Dadurch lassen sich Risse, Verformungen, Material­wechsel oder historische Details direkt dokumentieren und später zuverlässig auswerten.

Gerade bei Restaurierungen bilden Orthofotos häufig die Grundlage für Kartierungen und Schadens­dokumentationen.

Historische Bauwerke stellen an jedes Projekt individuelle Anforderungen. Zugänglichkeit, Bauzustand, Konstruktion und spätere Restaurierungs­ziele unterscheiden sich erheblich.

Jedes Denkmal erfordert deshalb ein projekt­spezifisches Messkonzept sowie eine darauf abgestimmte Daten­erfassung und Auswertung. Erfahrung ist dabei ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Bestandsaufnahme.

Historische Bauwerke erzählen ihre Geschichte im Bestand. Eine vollständige Dokumentation sorgt dafür, dass diese Informationen dauerhaft erhalten bleiben.

Bei der Vermessung einer mehrere hundert Jahre alten Kapelle sollte zunächst lediglich der Innen­raum dokumentiert werden.

Während der Projekt­vorbereitung zeigte sich jedoch, dass auch der Glocken­turm, die Dach­konstruktion und die Außen­fassaden wichtige Informationen für die geplante Restaurierung lieferten. Der Glocken­turm war nur über eine schmale Luke erreichbar, zusätzlich wiesen Dach und Turm deutliche Verformungen auf.

Durch ein projekt­spezifisch angepasstes Messkonzept konnten sämtliche Bereiche vollständig erfasst werden. Die registrierte Punktwolke dokumentierte nicht nur die Geometrie des Gebäudes, sondern auch die vorhandenen Verformungen. Daraus entstanden maßhaltige Bestands­pläne und Orthofotos, die als Grundlage für die weitere Restaurierungs­planung dienten.


Das Wichtigste zum Schluss

Die Denkmal­pflege stellt besonders hohe Anforderungen an die Bestands­dokumentation. Eine vollständige digitale Bestands­aufnahme bewahrt den vorhandenen Zustand dauerhaft und schafft eine verlässliche Grundlage für Restaurierung, Sanierung und wissenschaftliche Dokumentation.

Je sorgfältiger Messkonzept und Daten­erfassung auf das Bauwerk abgestimmt werden, desto umfassender lassen sich die gewonnenen Informationen auch viele Jahre später noch nutzen.

Einordnung im Projektablauf

In der Denkmal­pflege wird das Messkonzept individuell auf das historische Bauwerk abgestimmt. Die daraus entstehende Registrierte Punktwolke bildet die Grundlage für Bestandspläne, Orthofotos und weitere Auswertungen, die für Restaurierungs- und Dokumentations­aufgaben benötigt werden.

Möchten Sie mehr erfahren?

Wenn Sie einzelne Themen vertiefen möchten, empfehlen wir folgende Glossarbeiträge:

Die empfohlenen Beiträge vertiefen die einzelnen Themen und zeigen ihre fachlichen Zusammen­hänge innerhalb der digitalen Bestands­aufnahme.

Können wir Sie bei Ihrem Projekt unterstützen?

Gerne unterstützen wir Sie bei Ihrem Projekt – von der Entwicklung eines denkmal­gerechten Messkonzepts über die digitale Bestands­aufnahme bis zur Bereit­stellung belastbarer Planungs­unterlagen. Gemeinsam legen wir bereits im Messkonzept fest, welche Bereiche erfasst werden, welche Ergebnisse benötigt werden und wie die Daten­erfassung optimal auf die Anforderungen Ihres historischen Bauwerks abgestimmt wird.

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