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LOD (Level of Detail)

LOD (Level of Detail) beschreibt, wie detailliert ein digitales Modell oder ein daraus abgeleiteter Bestands­plan ausgearbeitet wird. Je höher die LOD‑Stufe, desto genauer werden Bauteile, Geometrien und räumliche Zusammen­hänge dargestellt. Während der Scan-Aufwand leicht steigt, nimmt vor allem der Aufwand für die modell­basierte Auswertung – also die Erstellung von Bestandsplänen, 3D‑Modellen oder Flächenberechnungen – mit höherem LOD deutlich zu.

Was bedeutet LOD?

LOD definiert den Detaillierungs­grad, mit dem ein Gebäude digital erfasst und modelliert wird. Die Skala reicht von groben Volumen­modellen bis hin zu voll­ständig ausgearbeiteten as‑built-Modellen. Die Wahl des passenden LOD stellt sicher, dass der Modellierungs­aufwand im Verhältnis zum Projektziel steht. In der Praxis haben sich vor allem LOD 200 und LOD 300 etabliert, da sie für die meisten Planungs- und Dokumentations­aufgaben die optimale Genauigkeit bieten.

Die praxisrelevanten LOD‑Stufen

  • LOD 100: Grobe Massen­ermittlung und Volumen­abschätzung. Geeignet für erste Studien, Pre‑Check und Machbarkeit.
  • LOD 200: Übliche Stufe bei vielen Bestands­projekten. Bauteile werden geometrisch plausibel dargestellt; ideal für Vorentwurf, Flächen­berechnungen und konzeptionelle Planungen.
  • LOD 300: Maßhaltige und präzise Darstellung der Bauteile. Geeignet für Entwurfs- und Genehmigungs­planung und als Grundlage für saubere CAD‑Pläne (Grundrisse/​Schnitte/​Ansichten).
  • LOD 350–400: Detailliertere strukturelle Informationen, Anschluss­punkte und konstruktive Beziehungen. Relevant bei intensiven Umbauten oder werk­planungs­nahen Projekten.
  • LOD 500: As‑built-Modell höchster Genauigkeit auf Basis des realen Ist‑Zustands. Wird nur bei anspruchs­vollen Dokumentationen oder BIM‑Prozessen benötigt.

Wann wählt man welche LOD‑Stufe?

Die Wahl der passenden LOD‑Stufe hängt vom Zweck des Projekts ab: Für eine frühe Kosten­schätzung genügt oft eine geringere Stufe, während Umbauten oder Genehmigungs­planungen eine höhere Genauigkeit erfordern. Die Scan-Erfassung ist bei allen Stufen ähnlich effizient – der wesentliche Mehr­aufwand entsteht in der Auswertung, also bei der Erstellung von Plänen und Modellen. Für die meisten Projekte ist LOD 200 oder LOD 300 ideal, da sie eine hervorragende Balance aus Genauigkeit und Aufwand bieten.

Vorteile einer passenden LOD‑Stufe

  • Exakt auf das Projekt­ziel abgestimmte Datenqualität
  • Optimales Verhältnis zwischen Aufwand und Genauigkeit
  • Verlässliche Grundlage für Planung, Sanierung und Dokumentation
  • Reduzierung von Miss­verständnissen und Planungsfehlern
  • Kompatibel mit CAD‑Workflows und BIM‑Workflows